(Deutsch) Wege zu Terra Preta – Aktivierung von Pflanzenkohle


par Hans-Peter Schmidt

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9 Le Responses pour “(Deutsch) Wege zu Terra Preta – Aktivierung von Pflanzenkohle””

  1. F. Peter
    Titre: Aktivierung von Biokohle

    Guten Tag,
    obiger Bericht beschreibt eine Arbeitsweise gegen einen gesunden, lebendigen Humusboden. In ihrem Beitrag von Niggli + Kinzer « Wie Pestizide + Dünger das biologische Gleichgewicht stören » ist unter Anderem sehr richtig über Mineraldünger zu lesen, wie Bakterien durch Düngesalze verbrannt werden.
    Die handelsüblich als Mineraldünger bezeichneten Dünger sind künstlich hergestellte Dünger und bei der Kompostierung kontraproduktiv. Nicht nur, daß die Mikroorganismen zertört werden, auch die Humusstrukturen werden abgebaut. Wenn schon die nicht natürliche Mietenkompostierung, dann einen rein organisch/natürlichen Dünger ohne Salzbeimischung beimischen. Sehr wichtig auch die Beimischung von Gesteinsmehlen und Meeresalgenkalk, da diese wieder eine andere Spurenelemente-Vielfalt beitragen. Wenn man an die Boden-+
    Pflanzengesundheit denkt (dort beginnt ja die natürliche
    Pflanzengesunderhaltung) kann auch nur die aerobe Kompostierung in Frage kommen. Was sagen die Rottebakterien, wenn so ein schwerer Traktor auf ihnen herumfährt? Der natürliche Weg, an Ort und Stelle Humus wachsen zu lassen, ist doch einfacher, preiswerter und
    nachhaltiger. Sie haben doch selbst schon viel berichtet.
    Bitte noch mehr im natürlichen Kreislauf denken + handeln.
    Viele Grüße und alles Gute
    F. Peter

  2. F. Peter
    Titre:

    Sehr wichtig auch die Beimischung von Gesteinsmehlen und
    Meeresalgenkalk, da diese wieder eine andere Spurenelemente-Vielfalt beitragen.Wenn man an die Boden-+
    Pflanzengesundheit denkt(dort beginnt ja die natürliche
    Pflanzengesunderhaltung)kann auch nur die erobe Kompostierung in Frage kommen. Was sagen die Rottebakterien wenn so ein schwerer Traktor auf ihnen herumfährt? Der natürliche Weg, an Ort und Stelle Humus wachsen zu lassen, ist doch einfacher, preiswerter und
    nachhaltiger. Sie haben doch selbst schon viel berichtet.
    Bitte noch mehr im natürlichen Kreislauf denken + handeln.
    Viele Grüße und alles Gute
    F. Peter

  3. hps
    Titre: Reduktion von Mineraldüngern durch Biokohle

    Sehr geehrter Herr Peter,
    Bei den im Artikel dargestellten Methoden handelt es sich um vier verschiedene Möglichkeiten, Biokohle zu aktivieren. Durch aktivierte Biokohle lässt sich der Humusaufbau beschleunigen, doch führt auch aktivierte Biokohle allein noch nicht zu belebten Böden. Dazu braucht es Anbaustrategien, über die wir in anderen Artikel ja schon öfters geschrieben haben.
    Dass die aerobe Kompostierung die von uns bevorzugte Methode ist, haben wir in dem entsprechenden Absatz ja herausgestrichen, aber es ist nicht die einzige Möglichkeit. Je nach Einsatzziel, vorhandenen Geräten und Kulturform eignet sich die eine oder andere Möglichkeit mehr. Bei der Bokashierung handelt es sich um einen aneroben Gärungsprozess – die Überfahrt mit dem Traktor dient dazu, den Sauerstoffgehalt in der Miete zu veringern und damit die Milchsäuregärung zu fördern. Es ist eine erprobte Methode, die übrigens sehr erfolgreich für Humusaufbaustrategien verwendet wird.
    Wenn Biokohle mit Mineralsalzen aufgeladen wird, so verlieren diese ihre entwässernde Wirkung auf die Bodenlebewesen, da sie nicht mehr in direkten Kontakt mit den Salzen kommen. Der Hauptsinn aber ist, dass die Düngemittel um etwa 50% reduziert werden können und sich die Lachgasemissionen um etwa 60% reduzieren lassen. Über 90% der Landwirtschaft ist konventionell und setzt große Mengen an Mineraldüngern ein. Dass all diese Landwirte in den nächsten 5 Jahren zu biologisch arbeitenden Landwirten werden, halte ich trotz all meines Optimismus für nahezu ausgeschlossen. Aber dass sie die Düngemittel und Pestizide um die Hälfte reduzieren, halte ich für durchaus möglich. Und aktivierte Biokohle ist eine Möglichkeit auf dem Weg dahin.
    Mit herzlichem Dank für Ihre engagierte Stellungnahme, Hans-Peter Schmidt

  4. Jochen Binikowski
    Titre:

    Ein sehr interessanter Artikel. Wir haben hier auf den Philippinen gerade ein großes Mais-Experiment gestartet. Das werden wir in den nächsten Tagen um die genannten Methoden A, B und C erweitern.

    Besonders verblüfft war ich über den Topfversuch von Andreas Thomsen. Bislang haben wir mit erheblich niedrigeren Holzkohleanteilen gearbeitet. Das werden wir auch antesten.

    Da die Kunstdüngerpreise irgendwie mit den Ölpreisen korrelieren haben alle Techniken zur Einsparung ein großes Potenzial, vor allem in der Dritten Welt. Bei Reis und Mais liegt der Kunstdüngeranteil bei ca. 70% der gesamten Produktionskosten.

    Beste Grüße aus dem Tropenbüro, Jochen

  5. Reinhard Römer
    Titre: Bokashi - Weiterverarbeitung

    In dem Artikel wird nach der milchsauren Vergärung im Prinzip eine aerobe Weiterverarbeitung beschrieben. Dr. Pieplow hat es im Prizip so ähnlich beschrieben:

    http://www.ithaka-journal.net/die-revolution-der-terra-preta

    Ich bin im Netz noch auf eine andere Variante der Verarbeitung von Bokashi gestossen (ohne Biokohle):

    http://www.bokashicycle.com/blog/?p=156

    In 7-10 Tagen soll Bokashi im Sommer in Erde verwandelt werden, der Unterschied ist:

    Das milchsaure Bokashi wird in den Boden eingegraben und im Prizip anaerob weiterverarbeitet. Die Zeiten klingen sehr interessant, müssen aber durch eigene Versuche noch bestätigt werden.

    Wenn man die milchsaure Fermentierung und die anaerobe Verarbeitung UNTER der Erde und Holzkohle kombiniert, könnte sich eine interessante Variante ergeben.

    Über Beine wird in bokashicycle folgendes gesagt:

    « Small bones and cartilage disappear rapidly in less than 10 days in the summer… »

    Wenn das stimmt, sind das phantastische Werte……

    Hat schon jemand Erfahrung damit?

  6. Horst Wagner
    Titre: Aktivierung von Biokohle

    Sehr geehrter Herr Schmidt,
    Hallo Andreas,

    pünklich zum Saisonauftakt kommt dieser hochinteressante Bericht. Meine Kompostexperimente wurden im letzten Jahr von den angrenzenden Freizeitgärtnern neugierig verfolgt und ich habe gerne und lange über aktivierte Biokohle und Terra Preta am Zaun referiert. Jetzt wollen einige Kleingärtner mit meinem TP-Kompost (Biokohleanteil ca. 3%)in ihren Gärten experimentieren. Mit diesem Bericht und vor allem mit dem dokumentierten Versuchsergebnis von Andreas Thomsen habt Ihr mir und sicherlich vielen anderen unwiderlegbare Beweise für das Funktionieren der Biokohle an die Hand gegeben. Dafür herzlichen Dank und weiterhin viel Erfolg.
    Mit schwarzen Grüßen
    Horst Wagner

  7. Bernd Neugebauer
    Titre:

    Sehr geehrter Herr Schmidt,

    danke für diese wunderbare Arbeit!

    In México haben wir seit einigen Jahren identische Erfahrungen mit biochar-bokashi gemacht mit Ertragssteigerungen über 50% auf biologisch geführten, eh schon hochgradig verbesserten Böden – die Auswertung ist schwierig, da zu viele Faktoren zusammenfliessen.

    Welche Form der Energetisierung / Aktivierung die wirtschaftlichste und wirksamste ist, wollen wir deshalb in ersten Grossversuchen auf homogenen Böden der Cerrados (sauer, versteppt, humoser Oberboden < 1 cm Tiefe) mit jeweils wenigstens 10 Hektar Versuchseinheiten auf insgesamt mehreren hundert Hektar ausprobieren. Im Rahmen der Vital Village e.G. können wir dabei andere Gruppen / Interessenten / Konzepte beteiligen.

    Wer hat Interesse?

    Beste Grüße

    Bernd Neugebauer

  8. Jochen Binikowski
    Titre:

    Wir haben seit 2 Monaten ein großes Folgeexperiment zur Optimierung unserer Erdmischung laufen. Es sind insgesamt 10 Mischungen, wovon 9 Holzkohle, Asche und Tierdung enthalten. Dazu dann Kombinationen mit Sand, Regenwurmhumus, Sägemehl und NPK Kunstdünger. Alle 9 liegen bislang fast gleichauf. Nur die Kontrollpflanzung mit Humuserde und NPK liegt deutlich schlechter.

    Die Mischungen wurden ca. 4 Wochen vor dem Einpflanzen der Tomatensetzlinge und Mungbean-Samen in die Pflanzsäcke gefüllt. Daraus kann geschlossen werden, dass ohne Holzkohle der NPK-Dünger in dieser Zeit weitgehend ausgewaschen bzw. ausgegast wurde. Nächste Woche beginnt die Ernte und dann wird jeder der 440 Pflanzsäcke wöchentlich auf Erntemengen dokumentiert. D.h. in ca. 5-7 Wochen haben wir für die Tomaten ein endgültiges Ergebnis, bei den Bohnen schon in ca. 2 Wochen.

    Hier gibt es einige Fotos von diesem Experiment:

    http://www.buddel.de/kft/foto.htm

    Zweites Bild von oben.

    Beste Grüße vom Tropenbalkon, Jochen

  9. Reinhard Römer
    Titre:

    Ich habe diese Woche das Ergebnis meines Versuches gesehen:

    2 Wochen fermentierte Abfälle mit Biokohle wurden in ein Loch in die Erde eingegraben und nach 4 Wochen wieder ausgegraben.

    Das Ergebnis:

    Wunderbare Erde. Es sind nur einige wenige Reste (Haut von Bananan) übrig. Das anaerobe Weiterverarbeiten des Bokashi funktioniert.

    Die Milchsäure habe ich mir folgendermassen erzeugt:

    Ein Teil Reis mit 2 Teilen Wasser mischen und gut rühren, danach den Reise entfernen. Das Ganze in ein Gefäß, sodaß noch ca 1/2 – 1/3 der Gefäßhöhe mit Luft gefüllt ist. Danach abdecken, aber es muß noch Luft zirkulieren können (z.B. Zeitunspapier, Küchenrolle,…). Nach ca. 1 Woche setzen sich die Schwebeteile ab und die Flüssigkeit (kann, aber muß nicht) leicht säuerlich riechen.

    Die Flüssigkeit in ein größeres Gefäß geben und mit bis zu 10 Teilen Milch aufgiessen und vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Die Sorte ist egal, ich verwende Haltbarmilch. Nach ca. 1 Woche riecht es startk säuerlich, das Eiweiß schwimmt oben und die Flüssigkeit ist gelblich (=Milchsäure). In der heißen Jahreszeit kann es scheller gehen.

    Es werden die « wilden Milchsäurebakterien » eingefangen, die um uns herum überall existieren.

    Das nächste Experiment wird Bokashi mit Knochen sein. Bin gespannt, wie diese nach 3 – 5 Wochen unter der Erde aussehen, wenn dann noch etwas da ist… .

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