(Deutsch) Erste HTC-Anlage in industriellem Maßstab


par Hans-Peter Schmidt

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6 Le Responses pour “(Deutsch) Erste HTC-Anlage in industriellem Maßstab””

  1. Jochen Binikowski
    Titre: Lebensmittelkonkurrenz

    Das sieht auf dem ersten Blick vielversprechend aus. Allerdings darf die Frage erlaubt sein, warum es keine Hinweise darauf gibt, was die Tonne Hydrokohle bei der geplanten größeren Anlage am Ende kosten wird.

    Wenn die HTC-Kohle zur Verstromung eingesetzt werden soll, steht zu befürchten, dass hier das nächste bodenlose Subventionsfass aufgemacht wird. HTC würde dann in direkter Konkurrenz zu den Biogasanlagen stehen, und zwar sowohl bei der Stromeinspeisung als auch der Biomasse-Beschaffung. Der Gedanke, dass eine 500 KW Biogasanlage ca. 250 Hektar Maisfelder benötigt, lässt nichts Gutes in Bezug auf die Lebensmittelpreise erahnen.

  2. James Elsener
    Titre: Hydrokohle = Koks

    Interessant ist, dass Hydrokohle einen Heizwert von 25 MJ/kg aufweist. Damit ist es in der Region von Koks (23 – 31MJ/kg) und die Hydrokohle könnte Anwendung finden im Verhüttungsprozess zur Herstellung von Stahl.

    Dies ist umso interessanter, da die Herstellung der Hydrokohle deutlich weniger Energie als die Herstellung von Koks zu benötigen scheint.

    Hydrokohle kann aus jedem beliebigen Nassrückstand aus der Landwirtschaft oder auch aus Kläranlagen hergestellt werden und beeinflusst somit die CO²-Bilanz positiv.

    Es bleibt zu hoffen, dass die Firma AVA-CO² nicht einfach im sozialdemokratisch fermentierten Subventionsdschungel ernten, sondern eine tatsächlich energierelevante Leistung erbringen will.

  3. Walter Danner
    Titre: Bionergie hat keinen Einfluss auf die Lebensmittelpreise

    Der letzte Satz von Herrn Binikowski « Der Gedanke, dass eine 500 KW Biogasanlage ca. 250 Hektar Maisfelder benötigt, lässt nichts Gutes in Bezug auf die Lebensmittelpreise erahnen. » hat mich veranlasst folgende Information auf diese Webseite zu stellen:

    « Die verworfenen und weggeworfenen Lebensmittel Europas und Nordamerikas würden dreimal ausreichen, um alle Hungernden der Welt satt zu machen! »
    Details unter http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Nicht+gleich+wegwerfen!+Frisch+auf+den+Muell+muss+nicht+sein,6,a17373.html

    Damit ist klar, dass wir noch großen Spielraum haben, um statt Lebenmittel Energie auf den Äckern zu erzeugen.

    Wir sollten in Deutschland auch mal darüber nachdenken den Fleischkonsum auf das Niveau der Italiener zu senken. Dann würden wieder Flächen für die Energieproduktion frei statt für die energieverschwendende Fleischproduktion.
    Die Lebensqualität der Deutschen würde damit wahrscheinlich noch steigen.

    « Hohe » Lebensmittelpreise: Der Deutsche verwendet nur noch 11% seines Einkommens für Lebensmittel!

    Meine Schlussfolgerung: Keine Angst vor steigenden Lebensmittelpreisen wegen der Produktion von Energie aus Biomasse.

  4. Jochen Binikowski
    Titre: Regenwald wird abgeholzt

    Als es damals mit dem Biogas und Biosprit losging, hieß es auch, dass die Lebensmittelpreise davon nicht berührt werden. Tatsächlich sind dann aber massenhaft Tropenwälder abgeholzt worden und in Deutschland sind die Pachtpreise für Maisland rapide gestiegen. Das war auch einer der Gründe für die Preisexplosion 2008 und den daraus resultierenden Hungerrevolten.

    Natürlich gibt es sinnvolle Methoden, z.B. die Verwertung von Abfällen. Auch gibt es ein unglaubliches Steigerungspotenzial bei den Ernteerträgen in der Dritten Welt. Nur, letztendlich wird leider immer das gemacht was kurzfristig den höchsten Profit verspricht. Genau diese Gefahr sehe ich bei der HTC Technik. Da wird man sich auf diejenige Biomasse konzentrieren, von der die höchste Ausbeute zu erwarten ist.

  5. hps
    Titre: Beschränkung der Biomassen

    Ich schätze die Gefahr, die Herr Binikowski beschreibt, ebenfalls als sehr real ein. Die Einschränkungen für die einzusetzenden Biomassen, wie wir sie in den Richtlinien für Biokohle fordern, werden von derart großen Anlagen kaum eingehalten. Und eine Selbstbeschränkung der Industrie, die von ihren Kunden den Einsatz nachhaltig erzeugter Biomassen verlangen, ist sicher ebenfalls nicht realistisch. Hier noch mal unser Richtlinienvorschlag, dessen Einhaltung den schlimmsten Mißbrauch verhindern würden:

    A. Eingesetzte Biomasse
    1. Reine Organische Reststoffe ohne relevant toxische Belastungen durch Schwermetalle, Farbreste, Lösungsmittel etc. Saubere Trennung von nichtorganischen Abfällen wie Elektronikschrott, Plaste, Gummi etc. [In einem Anhang sollte eine Positivliste mit verwendbaren Biomassen geführt werden: Grünschnitt, Borke, Sägespäne, Gärreste, organische Hausabfälle, Fäkalien, Mist, Lebensmittelreste, Schlachtabfälle …]

    2. Land- und forstwirtschaftliche Reststoffe wie Getreidespelz, Fruchtschalen, Fruchtkerne, Trester, Borke etc. (Positivliste)

    3. Landwirtschaftliche Produkte aus dem Anbau von Energiepflanzen, die ohne Pestizide, Herbizide, Mineraldünger und genetisch modifiziertes Saatgut erzeugt sind und maximal 15% der landwirtschaftlichen Nutzfläche einer Region entsprechen. [Ackerforstwirtschaft, Energiepflanzen – die Begrenzung auf 15% soll die Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion einschränken, die Höhe des Prozentsatzes wäre zu diskutieren]

    4. Biokohle darf nur dann aus Forstholz gewonnen werden, wenn eine nachhaltige Bewirtschaftung des entsprechenden Waldes gewährleistet ist. Insbesondere die Abholzung von Regenwald, wie es derzeit zur Produktion von Holzkohle weitflächig der Fall ist, muss verhindert werden.

  6. hps
    Titre:

    Am Frühjahr 2011 werden am Standort von Swiss biochar wieder regelmäßige Publikumsführungen organisiert. Bei dieser Gelegenheit können dann auch jeweils 10 kg Biokohle für den Kleingartenversuch erworben werden.

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