(Deutsch) Bürgerbewegung gegen Klimawandel


by Gerald Dunst im Interview mit Lukas Bühler

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9 Responses to “(Deutsch) Bürgerbewegung gegen Klimawandel””

  1. Beatrix Mühlethaler
    Title:

    Kompost hat einen hohen Phosphatgehalt. Reichern Sie den Boden nicht zu stark mit diesem Näherstoff an, wenn Sie so viel Kompost einbringen wie beschrieben, um genügend Stickstoff zur Verfügung zu haben?

  2. hps
    Title:

    Mir scheinen die vorgeschlagenen Kompostmengen ebenfalls sehr hoch zu sein. Jedenfalls liegen sie deutlich über die in der schweizerischen Düngemittelverordnung liegenden Werte. Andererseits sind die Kompost vorliegenden Phosphate nicht mit mineralischen Phosphoten zu vergleichen. Im Kompost werden die Phosophate viel besser sowohl biologisch als auch mineralisch gebunden, wodurch der gefährlichen Auswaschung – wie es bei mineralischer Phosphat-Düngung der Fall ist – vorgebeugt wird. Durch die Zugabe von Biokohle werden die Phosphate effizient fixiert und stehen den Pflanzen dann über Jahrzehnte, wenn die Kompostgaben wieder niedriger werden, zur Verfügung.

  3. Gerald Dunst
    Title:

    Die Böden und die Komposte wurden sehr genau untersucht. Der Gehalt an wasserlöslichem Phosphor ist durch die Humuserhöhung deutlich zurückgegangen (von 0,36 auf 0,22 mg/100g Boden, ebenso der Gehalt an austauschbarem Phosphat (von ursprünglich 5,85 auf 3,33 mg/100g), Die Gesamtgehalte wurden natürlich deutlich erhöht (von 365 auf 575 mg/100g)und stehen somit als Reservern für die nächsten Jahre/Jahrzehnte zur Verfügung. In diesen Komposten war noch keine Biokohle enthalten. Durch die Kompostdüngung ist eine Überversorgung mit Phosphor niemals möglich – selbst dann nicht, wenn es sich um Klärschlammkomposten handelt!

    Durch die hohen Kompostmengen wird eine deutlich höhere Effizienz in der Humusanreicherung und Kohlenstoffsequestrierung erreicht. Es bringt also wesentlich mehr, sich auf wenige Flächen zu konzentrieren, diese in einen Optimalzustand zu bringen, und erst dann auf die nächsten Flächen zu gehen!

    Wir haben leider auch in Österreich ein antiquiertes Düngemittelgesetz, dass aufgrund der Stickstoffregelung und der Nichtunterscheidung zwischen organisch gebundenen und wasserlöslichen Stickstoff den Humusaufau mehr oder weniger verbietet. Hier besteht ein dringender Änderungsbedarf, der zwischenzeitlich mit Ausnahmebewilligungen zu überbrücken versucht wird!

  4. T. Nagel
    Title: B. Sc. Produktionsgartenbau

    Wie sieht die Belastung mit PAK’s aufgrund unvollständiger Verbrennung der “Biokohle” aus?
    Wie hoch werden die Risiken der Erosion und somit die Eutrophierung von Gewässern eingeschätzt?
    Zur Bindung von Stickstoff im Boden: Durch die Nitrifizierung entsteht pflanzenverfügbarer Stickstoff in Form von Nitrat (NO3-)- Anionen werden jedoch nicht an Austauschern wie Humuskolloide gebunden. Liegt hier nicht ein “Denkfehler” vor, wenn gesagt wird, dass Stickstoff gebunden wird?

  5. hps
    Title:

    Bezüglich PAK und Schwermetallemissionen siehe bitte: Biokohle oder nichtbio Biokohle . Im Allgemeinen gilt, dass für die Kohle die gleichen Grenzwerte wie für Kompost eingehalten werden müssen.
    Was Nitrat betrifft, so besitzt die Biokohle nicht nur eine sehr hohe Kationen-, sondern auch Anionen-Austausch-Kapazität, kann also auch Nitrat sehr gut binden. Hinzu kommt, dass die Kohle ein günstiges Milieu für Bakterien schafft, welche die verschiedenen Stickstoffformen effizient auf- und abbaut, um sie in der entsprechenden Formen pflanzen- und mikrobenverfügbar zu machen.

  6. T. Nagel
    Title:

    Wenn die KAK hoch ist, ist in der Regel die AAK entsprechend niedrig – ansonsten würden sich doch beide Austauscher entsprechend gegenseitig belegen, bzw. wäre der Boden/die Kohle elektrisch aufgeladen. Zudem würde unter den hier üblichen pH-Werten im Boden (sauer) die AAK relativ schnell besetzt werden (siehe Scheffer/Schachtschabel 2010, u.a. S.138).

    Betreffend PAK/Schwermetalle: Ziel der Bodenschutzverordnung (in Deutschland) ist es, den Boden nicht weiter mit schadstoffen zu belasten. Bodenverbessernde Maßnahmen wie Kompostzuführung bringen Nährstoffe in den Boden, Schwermetalle sind leider auch dabei. Aber, findet durch Biokohle eine Bodenverbesserung statt?

  7. hps
    Title:

    Das Besondere an der Kohle ist eben, dass rund 20% ihrer Fläche eine hohe AAK aufweist. Aber es ist richtig, dass diese in sauren Böden relativ schnell besetzt wird.
    Dass durch Biokohle in den überwiegenden Fällen eine Bodenverbesserung stattfindet, hat sowohl die über 1000jährige Erfahrung der Bauern als auch die Ergebnisse der Versuche in den letzten 10 Jahren überzeugend gezeigt. Da die Biokohle ohnehin nur einmal und nicht wie Kompost aller drei Jahre eingebracht wird, ist das Risiko einer Akkumulation kaum gegeben.

  8. T. Nagel
    Title:

    …und gerade hier hätte ich die Gehalte von Nährstoffen, Schwermetallen und (u.a.) PAK’s gerne erfahren. Wie hoch sind die Werte in den 1000 Jahre alten Böden? Wie sehr liegt durch die hohen Niederschlagsmengen eine Auswaschung vor und wie lassen sich diese Werte auf (z.B.) Norddeutschland oder Österreich umrechnen?

  9. hps
    Title:

    Die Analysedaten einer kürzlich von Swiss Biochar erzeugten Biokohle finden Sie hier:
    Nährstoffe und Schwermetalle
    PAK-Analyse

    PAK, die bei den traditionellen Pyrolyseprozessen sicher stärker als mit unseren modernen Anlagen entstanden, sind in den letzten 1000 Jahren mikrobielle abgebaut und lassen sich nicht mehr nachweisen. Schwermetalle lagen in den damals verwendeten Hölzern nur in äußerst geringen Konzentrationen vor, und es sind auf jeden Fall nicht mehr als bei natürlicher Verrotung des Holzes wieder in den Boden zurückgeführt wäre. Was Nährstoffbillanz betrifft, so sind die Böden mit pyrogenem Kohlenstoff in der Regel nährstoff- und humusreicher, woraus sich ableiten läßt, dass weniger Nährstoffe ausgewaschen worden als in den Vergleichsböden. Aber die Wissenschaft über 1000 Jahre alte Böden ist sehr komplex und jedenfalls nicht mein Fachgebiet. Ich kann höchstens die Risiken evaluieren, die von heute produzierten Biokohlen ausgehen.

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