(Deutsch) Bodenleben und Pflanzenschutz: Kompostextraktion


par Claudio Niggli

Désolé, cet article est seulement disponible en Deutsch.

(Deutsch) Bodenleben und Pflanzenschutz: Kompostextraktion, 4.9 out of 5 based on 11 ratings

Tags: , , ,


articles sur le même thème


(Deutsch) RSS-Feed für alle eingehenden Ithaka Kommentare abonnieren

10 Le Responses pour “(Deutsch) Bodenleben und Pflanzenschutz: Kompostextraktion””

  1. rosalia hauser
    Titre:

    sehr geehrte damen und herren,
    gibt es übereinstimmungen zu den effektiven mikroorganismen(EM)was die kompostextraktionen bzw. die bioaktiven spritzmittel anlangt ?

    liebe grüße von einer interesierten kundin aus tirol

    rosalia hauser

  2. Michael Richwien
    Titre:

    sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe vor einiger zeit bei Delinat angefragt, ob bei ihnen die EM-technologie bekannt ist, bzw. ob sie eingesetzt wird – leider bisher ohne antwort. beim EM – verfahren spielt sich alles im anaeroben bereich ab( sowohl bei der bodenverbesserung als auch beim spritzmitteleisatz zur pflanzenstärkung bzw. zum pflanzenschutz ).ich möchte mich der frage der frau hauser anschließen und bin schon gespannt auf die antwort.

  3. Abächerli Fredy
    Titre:

    Grüezi mitenand

    Vieleicht kann ich Ihnen mit meinen Erfahrungen einige Hinweise über den Unterschied von aeroben Kompostextrakten zu effektiven Mikroorganismen geben. In unserer Gruppe wird seit über 10 Jahren EM, Kompost und neuerdings auch aerober Kompostextrakt eingesetzt.

    Fruchtbarer Boden, gesunde Pflanzen, hochwertige Silage, guter Mist etc sind frei von Fäulnis. Fäulnis fördert bekanntlich Krankheitserreger, Schädlingsbefall und Pilzbefall. EM ist ein Konzentrat mit Mikroorganismen (va. Milchsäurebakterien, Hefen) welche im Medium (mit organischer Masse) bei vorzugsweise anaerobem Milieu eine Wirkung gegen Fäulnis zeigen. Das bedeutet für uns, dass wir mit EM im Tierfutter, in Mist und Gülle, in organischen Abfällen oder auch im verdichteten oder vernässten Boden Fäulnis verhindern oder beseitigen können. Häufige EM-Anwendungen im Boden fördern jedoch den Abbau von Humus. Während des aeroben Kompostierprozesses bringt EM jedoch keine Wirkung mehr.
    Beim EM können die verschiedenen Mikroorganismen auf den Pflanzen eine gewisse Wirkung hervorrufen. (z.B. weiss man, dass Milchsäure gegen Krautfäule eine vorbeugende Wirkung zeitigt.) Die Schwierigkeit beim EM allerdings ist, dass sich die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Trägermaterial während der Lagerung und vor allem bei der Vermehrung verändern kann und dadurch nicht mehr wie erhofft wirkt.

    Beim Kompostextrakt extrahieren wir einen aerob gepflegten Kompost mit geprüfter Qualität aus auserlesenen Ausgangsmaterialien. Solche Komposte haben eine reiche Diversität an Mikroorganismen und Stoffen, die während des Reifeprozesses des Kompostes gebildet werden. Die Qualität dieser Komposte ist garantiert boden- und pflanzenverträglich, fördert Pflanzenwachstum und -gesundheit, wirkt unterdrückend gegen Bodenkrankheiten. Durch die aerobe Extrahierung mit werden diese Stoffe gelöst und die Belebung in der Lösung vermehrt. Mit den Extrakten können wir die bekannten Eigenschaften von guten Komposten (schützen, stärken, ernähren) sehr effizient im Pflanzenbau anwenden.

    Mit der Anwendung von Kompostextrakten befinden wir uns zur Zeit noch im Versuchsstadium und ersten Feldanwendungen. Wir lernen zur Zeit viel und sind um die Forschungsarbeit von Delinat und weiteren Stellen sehr dankbar. Auch wir können vielversprechende Wirkungen auf die Pflanzengesundheit und die Produktqualität beobachten.

    Die Anwendungen von EM, Kompost und Kompostextrakten können sich wahrscheinlich gut ergänzen. Doch mit EM allein können Sie jedenfalls nicht alles lösen.

    In einem Jahr werden wir sicher wieder mehr über die Wirkung und Anwendung von Kompost-Extrakten wissen und exaktere Informationen abgeben können.

    Viele Grüsse aus dem Zugerland

    Fredy Abächerli

  4. Ernst Frischknecht
    Titre:

    Der Artikel hat mir sehr gefallen. Sie sind auf einem guten Weg. Die Versuchstätigkeit könnte noch um einen Aspekt ergänzt werden. Die Frage bekämpfen wir mit Kompost und seinen Extrakten Krankheiten und Schädlinge
    oder schaffen wir damit ein Bodenmilieu, das den Krankheitserregern und Schädlingen nicht behagt, und sie deshalb um so weniger zuschlagen je mehr das Bodenmilieu den Bedürfnissen des fruchtbaren, mit unzähligen Mikroorganismen belebten Bodens entspricht.

    Die ganze agrarische Ausbildung ist fixiert auf die Bekämpfung der Symptome wie Schädlinge und Krankheiten. Die Frage nach der Ursache wird sträflich vernachlässigt. Das ist der Grund, weshalb auch bei Kompost und dessen Extrakten immer von Bekämpfung die Rede ist. Mann glaubt immer eine « Medizin » auf die Blätter aufbringen zu müssen oder die Schädlinge mit einem Killer (wo möglich mit einem Biologischen) abzuwehren. Man vergisst, dass das Urbedürfnis der Erde der Aufbau von Humus ist. Humusaufbau ist ein Verdauungsvorgang. Wo der Boden kein organisches Material (Gründüngung, Reste von Kulturpflanzen) bekommt, kann er auch nichts verdauen. Der Boden verdichtet sich ohne eine einzige schwere Maschine. Wo der Boden organisches Material erhält, das aber untergegraben oder gepflügt wird entsteht bei den Mikroorganismen ein Kollabs der in Fäulnis ausmündet. Solange solche zu Fäulnis oder Aushungern führende Kulturfehler gemacht werden wird auch mit Kompost und dessen Extrakte immer nur eine Linderung der Probleme, nie aber eine Lösung erreicht werden. Kompst und Extrakte sind gut. Die volle Entfaltung der bodenbürtigen Krankheits- und Schädlingsresistenz erreichen sie aber nur auf einem lebendigen Boden mit einer schnellen Verdauung. Und nochmals wo kein organisches Material als Nahrung angeboten wird da gibt es auch nichts zu verdauen. Denn sogenannte Pflanzennahrung in Form von Dünger oder falsch vergorenem Mist und Jauche als Nahrung zu bezeichnen ist ein Irrtum. Diese Stoffe müssen von den Pflanzen aufgenomen werden ob die Pflanzen das wünschen oder nicht, vergleichbar dem Patienten in der Intensivstation der duch Infusionen am Leben erhalten wird.

    Betrachten sie bitte meinen Beitrag nicht als Kritik, sondern als Gedankenanstoss über den es eine ganze Menge Literatur gibt und mit dem ich 40 Jahre Erfahrung aus unzähligen privaten Versuchen gemacht habe.

    In der Hoffnung, dass sie mehr als bisher immer zuerst fragen weshab erscheint die Krankheit / der Schädling und erst viel nachher fragen wie kann ich sie bekämpfen, grüsse ich freundlich Ernst Frischknecht

  5. hps
    Titre:

    Sehr geehrter Herr Frischknecht,
    ich stimme Ihrem Kommentar in allen Punkten zu. Er entspricht genau unserem Ansatz und Forschungsprogramm am Delinat-Institut. Wir setzen mit Kompostextrakten auf bioaktive Pflanzenschutzmittel, anstatt auf Schädlingsbekämfung. Karl Schefers Leitartikel zur Gründung des DI stand übrigens unter dem Titel: Für die Patienten, statt gegen die Erreger!
    Mit freundlichem Dank für den schönen Kommentar,
    Ihr Hans-Peter Schmidt

  6. Christian Uebelhard
    Titre:

    Hallo zusammen

    Herzlichen Dank für all die wervollen und hochinteressanten Beiträge hier !

    Ich will hier Ernst Frischknecht’s Ansatz unterstützen: Die Frage ist doch:
    Warum überhaubt ist die Pflanze krank ? Warum der Boden ? Warum tritt der Schädling auf ?

    Warum Patienten ? Das Ziel kann und darf nur sein: Gesundheit und Gesunderhaltung ! Sobald man sich auf die Schiene begibt wo man einfach chemisch- synthetische Pflanzenschutzmittel durch « Bio »- Pflanzenschutzmittel ersetzt, hat die « Bio »- Landwirtschaft verloren.

    Zum Glück kann diese Wahrheit nicht verloren gehen, lesen Sie einfach das Buch « Pflanzengesundheit » des Agronomen und Wissenschaftlers Francis Chaboussou.

    Freundliche Grüsse

    Christian Uebelhard

  7. Jochen Binikowski
    Titre:

    « Wo der Boden organisches Material erhält, das aber untergegraben oder gepflügt wird entsteht bei den Mikroorganismen ein Kollabs der in Fäulnis ausmündet. Solange solche zu Fäulnis oder Aushungern führende Kulturfehler gemacht werden wird auch mit Kompost und dessen Extrakte immer nur eine Linderung der Probleme, nie aber eine Lösung erreicht werden. »

    Ja, das klingt einleuchtend. Die Frage ist nur, wie bringt man das organische Material korrekt in den Boden, wenn umgraben und pflügen ausscheiden?

  8. Lorenz Fischer
    Titre:

    Ich finde ebenfalls die Ansätze vom Herr Frischknecht sehr interessant und hoffe, dass wir in der Landwirtschaft ein durchführbares und nachhaltiges System finden. Denn nachhaltig ist man nur, wenn man wirtschaftlich arbeitet. Ich habe heuer leider gesehen, dass es momentan noch wenig Spielraum gibt zwischen wirtschaftlichem Jahresabschluss und anständigem Bodenaufbau. Doch ich glaube wir sind auf dem richtigen Weg.

    @ Jochen Binikowski:

    « Ja, das klingt einleuchtend. Die Frage ist nur, wie bringt man das organische Material korrekt in den Boden, wenn umgraben und pflügen ausscheiden? »

    Im Wein und Obstbau haben wir die Möglichkeit z.B. den Kompost auszubringen, bevor man die Begrünung umwälzt oder mulcht. Oder seichtes Einarbeiten mit der Kurzscheibenegge.
    Es ist nur wichtig den Kompost vor UV Strahlen zu schützen.

  9. Lorenz Fischer
    Titre:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    gibt es schon neue Erfahrungen und Ergebnisse von den Forschungsarbeiten mit Kompostextrakt.

    freundliche Grüße

    Lorenz Fischer

  10. hps
    Titre:

    … ja, wir bereiten bis zum Frühjahr einen Artikel zum Thema vor.

Laisser un commentaire